Sikinos - Aloprónia, Pfingsten 2014

 

 

 

 

Auf den Kykladen hatte es Ende Mai / Anfang Juni stark geregnet,

deshalb blühte auch der Thymian so üppig.

 

Eigentlich freut man sich hier in dieser wasserarmen Gegend ja über jeden Tropfen, aber dieser Regen war etwas Besonderes.

Mit ihm kam nämlich jede Menge roter Saharasand vom Himmel und versaute so all die frisch geweißten Häuser, die frisch gewaschenen Autos. Normalerweise fällt ja ab Juni kein Regen mehr, und so hält der Anstrich den ganzen Sommer über.

Aber so ging alles von vorne los, Farbe raus und anstreichen, was das Zeug hielt. Und auch die Terrassen und Balkone waren von dem roten Sand befallen, also: Schrubber raus.

Und so heißt es für die Menschen auf den Kykladen, die vom Tourismus leben nicht "Regen bringt Segen", sondern "Regen bringt Sand" und Arbeit.

 

 

 

 

 

Die Wolken, die wir von Anafi mitgenommen hatten,

sind noch nicht ganz verschwunden, als wir mit der

Aqua Spirit auf Sikinos anlegen, welches aber doch immer wieder gemütlich daherkommt, nach Stopps in Naxos und Santorini.

Bewusst hatten wir uns für die griechischen Pfingsttage diese

kleine Insel ausgesucht, und die Entscheidung war genau richtig.

Denn auch über die Feiertage blieb die Zahl der Touristen und griechischen Besucher überschaubar.

 

 

 

Ziel war dieses Mal die Pension Galini, die wir uns zuvor ja schon einmal angeschaut hatten, günstig in Hafennähe und sehr ruhig gelegen. Und so steuerten wir den bekannten Tasos an, der bei jeder Schiffsankunft mit seinen beiden Mulis am Hafen steht - unübersehbar mit seinem imposanten Schnäuzer, bekannt noch aus den ersten Michael Müller Kykladenführern, er ist der Typ mit dem Kopftuch, der die Touristen per Kaiki in die entlegensten Badebuchten fährt. Heute hat sein Sohn Dimitri diesen Job übernommen.

 

 

 

Unser Vorpreschen hatte offensichtlich einem italienischen Paar so imponiert, dass es sich uns gleich anschloss, obwohl die Mehrzahl der Touristen sich gleich an Lucas wandte, der fast das Monopol der Unterkünfte im Hafen von Sikinos inne hat.

Dimitri, der Sohn von Tasos, brachte mit seinem Auto also unser Gepäck ins Galini, wir suchten uns ein schönes Zimmer aus, und

nach einer größeren Reinigungsaktion war es auch bewohnbar. Wir waren mit den Italienern die einzigen Gäste, und daran sollte sich auch über Pfingsten nicht viel ändern. Vorbuchen nicht nötig.

 

 

Eigentlich hatten wir ja geplant, in Sikinos Chora zu wohnen, aber wegen der etwas widrigen Wetterverhältnisse und der eher spärlichen Versorgungslage dort blieben wir lieber unten im Hafenort Aloprónia.

Floras Supermarket hat wirklich ALLES was man braucht, das Brot kommt zwar oben von Chora, aber falls das alles nicht reicht ist man zur Not auch zu Fuß schnell am nächsten Schiff und weg.

 

 

 

 

 

Es ist übrigens eine Tradition auf Sikinos, dass beim Ablegen

der Fähren alle möglichen Leute plötzlich wie von der Tarantel gestochen dem Schiff hinterherlaufen und ins Hafenbecken springen, quasi als Abschiedsgruß.

 

So viel wie hier im August  2013 war bei uns um Pfingsten 2014

zum Glück nicht los. Aber der eine oder andere sprang doch.

 

 

 

 

 

 

Nun, sonst ist hier nicht viel los, auch zum griechischen Pfingstfest nicht. Die Kinder bekommen ihr Eis und die Männer holen die alten Holzkugeln heraus, und spielen so eine Art Pétanque, allerdings nicht mit Metall- oder Steinkugeln (wie es zum ersten Mal wohl bei den Griechen 460 v.Chr. erwähnt wurde), sondern die Wurfkugeln sind aus Holz geschnitzt und bunt bemalt. Die Spielregeln sind offenbar die gleichen, eine kleine Zielkugel wird zuerst geworfen, mit den eigenen Kugeln muss man möglichst nah an diese gelangen oder die gegnerischen Kugeln wegstoßen.

Ich wusste gar nicht, dass dieses Spiel auch in Griechenland

beliebt ist, hatte es hier jedenfalls noch nicht gesehen.

 

Boule-Spiel

 

Sehr nett, die Herren haben mich sogar eingeladen, auf dem Parkplatz hinter dem Dorfstrand mitzuspielen.

 

 

 

 

 

 

Sport macht hungrig, allerdings wird kulinarisch nicht sehr viel geboten. Das Meltemi hatte noch geschlossen, man trifft sich entweder im Restaurant von Lucas (herrlich, das Schweinfleisch in Zitronensauce), im Ostella Café mit Blick über den Strand, oder hoch über dem Hafen im (Vrachos) Rock Café bei Pablo, mit wunderbarem Blick auf den Anleger. 

 

 

 

 

Hier gefällt es uns besonders gut. Pablo - halb Italiener halb Grieche - bietet neben Pizza auch Salate und Pasta an, weil er es eben drauf hat. Ein wunderbarer Ort zum Entschleunigen.

Und Pablo ist auch Musiker, oft gibt es Livemusik mit Freunden.

So sitzen wir hier bis tief in die Nacht bei Pizza, Pasta, Café, Katzen, Musik und Meer. Nein, nicht Katzenmusik.

 

 

 

 

 

Nach so vielem Essen und Gucken müssen wir uns dann allerdings

morgen wohl langsam mal etwas bewegen.

 

 

Das Heroon ruft, ich höre es schon ganz deutlich!

 

 

 

 

 

 

Sikinos - Heróon hin und zu