Santorini - "Nín hǎo", Juni 2014

 

 

Ruhig und schnell verläuft die Fahrt der Skopelitis von Schinoussa nach Naxos, mit einem letzten Blick auf die Ag. Nikolaos Kapelle.

 

 

 

So leer habe ich den Saloni allerdings noch nie gesehen.

 

 

 

 

 

 

Das Wetter ist Spitze, und alle sitzen an Deck, um ein Sonnenbad zu nehmen. Ein Stündchen bleibt uns auf Naxos zum Umsteigen, die Blue Star Delos wird uns nach Santorini bringen, von wo wir noch heute weiter nach Anafi wollen. Ankunft um 21:00 Uhr. 

 

 

Am Anleger von Naxos sind die Passagierpferche schon gut

gefüllt, nicht sehr gemütlich.

Also bietet sich ein kleiner Zwischenstopp in dem Lokal direkt

daneben am Pier an, in der gleichnamigen Snackbar „I Provlita“.

 

 

Von außen macht sie einen eher unkonventionellen Eindruck mit ihrem Dosenbierweihnachtsbaum und dem durchgesägten Kykladentischstuhlensemble, das an der Wand klebt.

Hier hat sich ein Künstler echtmal verwirklichen können!

 

 

 

Innen sieht es aber ganz normal griechisch aus, ein paar Männer sitzen beim Kaffee und an der Wand hängt ein totes Frettchen.

 

 

Draußen vor den Toiletten wird schon mal die Angel ausgeworfen, hier beißen sie besonders gut. Leider haben wir keine Zeit, diese Köstlichkeiten noch zu probieren, denn schon naht unsere Blue Star Delos, mit V+P von Piräus kommend an Bord, denen wir noch schnell beim Ausstieg ihre Schinoussa-Tickets für die Skopi überreichen, die wir schon für sie besorgt hatten. Denn auch sie haben wenig Zeit für ihren Fährenwechsel.  

 

Gerade wenn die Blue Star anlegt, stürmen halt etliche Passagiere die Ticketbüros, um ihre Fähren für die Weiter- oder Rückfahrt zu buchen. Besonders interessant sind jene Zeitgenossen, die sich dann - mit der Schlange im Rücken - in aller Ruhe ihre Ägäisreise durchplanen lassen, nach dem Motto: „Und wie komme ich jetzt am nächsten Donnerstag von Serifos nach Kalymnos? Oder kann ich auch erst nach Sifnos und dann über Skopelos nach Ikaria?“

Alles schon erlebt.

Aber so gibt es beim Umsteigen ein kurzes Hallo und wir entern die Blue Star Delos zum zweiten Mal, um locker in zwei Stündchen Santorini zu erreichen. Und: heute ist das Meer wirklich so blau!

 

 

Jedoch, was macht man, wenn man von Naxos kommend dort

vier Stunden Aufenthalt hat, um auf die weiterführende Fähre

nach Anafi zu warten?

Gut, drei Stunden sitze ich locker im Hafen auf einer Backe ab, bzw. anderthalb Stunden auf einer, anderthalb  Stunden auf der anderen. Aber bei vier Stunden ist eine zu viel. Irgendwie müssen wir die überbrücken. Schaun mer mal.

 

 

 

 

Aber erstmal läuft die Blue Star majestätisch in die Caldera ein, immer wieder ein Schauspiel für die Passagiere an Deck.

Es wundert uns schon, dass die Fähre am 1. Juni so gut besucht ist, der Hafen Athiniós von Santorini wird plötzlich zum Wuselfeld.

 

 

 

 

 

Sehr heimelig ist die Gegend hier nicht, ein paar Ticketbuden,

ein paar Autovermieter, ein paar Cafés und Tavernen. Nicht sehr einladend, hier vier Stunden zu verbringen, auch wenn sich
die Menschenmenge schnell aufgelöst hat.

 

Die Busverbindungen nach Fira hoch und wieder runter sind auch nicht gerade üppig, und so lassen wir uns überzeugen, ein kleines Auto zu mieten. Zumal der Vermieter auch anbietet, in der Zwischenzeit auf unser Gepäck aufzupassen. Und mit Taxis haben

wir auf Santorini nicht so gute Erfahrungen gemacht. Wäre auch

nicht viel billiger gewesen.

 

 

 

Gut, das mit der Gepäckaufbewahrung hätten wir auch woanders hinbekommen.

Aber der Wagen ist schnell parat, und dann geht es in der

Autoschlange die Serpentinen hoch, mit Blick auf

die schon wieder auslaufende Blue Star. Wow!

 

 

Das Auto wird vor dem Hauptort auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt, ein paar Schritte, und schon stehen wir am Kraterrand. Ganz easy, das Ganze.

 

 

 

Viel hat sich seit unserem letzten Besuch nicht verändert.

Geheiratet wird hier wie eh und je, die Event-Branche freut´s.

 

 

 

 

Wir schlendern durch die Gassen und besuchen unsere altbekannten Orte, wie das Café Select, wo wir uns sogar einen

Cappuccino gönnen, für schlappe 4,80. O.k., da lassen wir

mal 5 gerade sein beim bezahlen ;-)

 

 

 

Das Select kennen wir schon seit 1981, in der Kykladografie

sind einige Bilder aus dieser Zeit noch zu sehen.

 

 

Und wir nehmen einen Imbiss in einem Lokal in der zweiten

Reihe, zu ziemlich normalen Preisen, mit Blick auf die an uns

vorbei trappelnden Mulis.

 

 

 

Was allerdings auffällt im Vergleich zu früheren Jahren sind

die vielen Asiaten, die uns in Scharen entgegen kommen.

 

 

Die Wirte in Fira haben sich darauf eingestellt, und so

zeigen die Reklametafeln an den Touristenlokalen die Speisen sowohl in Englisch und Russisch als auch in Chinesisch an.

 

 

Ob schon mal jemandem aufgefallen ist, dass hier das

Griechische ganz fehlt? (meine ja nur)

 

 

 

 

Etwas befremdlich, im wahrsten Sinne des Wortes!

 

Da wundert es auch nicht mehr, dass an der nächsten Ecke

ein chinesisches Lokal zu finden ist. Da kann ich nur grüßen:

"Nǐn hǎo!"

 

 

Wer jedoch gute griechische Küche zu moderaten Preisen sucht,

dem kann ich das Dionysos empfehlen, ein Gartenlokal,

das nicht unweit vom Chinesen in der zweiten Calderareihe liegt,

und das sich die Jahre über hier behauptet hat.

 

 

 

Aber genug geschlemmt, auch vier Stunden sind keine Ewigkeit.

Ein letzter Blick noch über den Tellerrand, dann geht es wieder

hinunter zum Hafen.

 

 

 

 

Nun ja, jetzt wissen wir einmal mehr, warum wir hier nicht vier Stunden gewartet haben. Schöner ist es hier nicht geworden.

Danke nochmal für den Tipp, Kaloin. Er hatte uns nämlich zu
diesem Ausflug geraten.

 

 

Und schon kommt als Punkt in der Bildmitte unsere Aqua Spirit

angeschaukelt, was wir später beim Anlegen auf Anafi

bemerken sollten.

 

 

 

Im Abendlicht verlassen wir Santorini, die Adamantios Korais im besten Licht. Ich denke, wir haben die Zeit gut genutzt.

 

 

Natürlich hätten wir noch die eine oder andere Kirche auf Santorini besichtigen können, aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier gewesen. 

 

 

Und so winken wir unseren chinesischen Freunden ein letztes Mal

zu. Das Abenteuer Anafi wartet auf uns.

"Zàijiàn!"

 

 

Anafi und die Anafisten