Paros - Parikia 2016

Nach einer ruhigen Überfahrt kommst du nach Paros, das dir in den Wochen der Isolation auf den kleinen Inseln allmählich wie eine riesige Metropole vorkommt. Binnen kurzem erreichst du den Anleger, die ein wenig wuselige Menge der auf das Schiff wartenden Touristen, die Vermieter mit ihren Zimmerangeboten. Du schlenderst kein bisschen müde durch die warme Sommerluft, hoffst darauf Giotis zu treffen, du hattest bei ihm ein Zimmer reserviert, aber er ist nicht da. Seine Tochter holt dich ab, heißt euch willkommen, du kennst sie noch nicht, sie hält ein Schild mit deinem Namen hoch, lädt euch mitsamt Gepäck ins Auto, kurz ist die Fahrt. Eigentlich hast du keine Lust ihr zu folgen, viel lieber erst einmal ankommen, an der Paralia sitzen, den Trubel genießen, schauen was los ist. Die vielen Menschen sind ein Schock nach vier Wochen Enthaltsamkeit, aber es spielt für dich keine Rolle, du musst dich wieder an die Menschenmengen gewöhnen, bevor es zurück in die Großstadt geht. Giotis (Panagiotis, aber ohne Pan, wie der immer betont) hat sein Mittagsschläfchen machen müssen, daher seine Tochter geschickt, jetzt ist er wach, mäht seinen Rasen, ein Rasen so grün wie du ihn auf Paros noch nie gesehen hast.


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Ihr richtet euch ein, macht einen kleinen Gang, am Ortsstrand und dem alten Hafen entlang, ihr könnt euch Zeit lassen, es ist noch früh, geht die Küstenstraße entlang Richtung Pounta, und sucht nach einem Apartment mit Meerblick, vielleicht fürs nächste Mal. Parikia ist verbaut, die Häuser, die ihr euch anschaut, gefallen euch nicht, da ist es bei Giotis doch noch am schönsten.


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Ihr streift durch die Gassen, dort wo Paros noch ursprünglich ist, wo normales Leben herrscht, hier könntest du dich wohlfühlen, aber hier gibt es keine Zimmer zu mieten. Ihr stürzt euch in das Gassenlabyrinth, trefft zufällig auf gute alte Freunde, du freust dich ungeheuer, ihr wusstet, dass auch sie zur selben Zeit auf Paros weilen, ein großes Hallo, ihr verabredet euch für die nächsten Abende, es wird ein feucht-fröhliches Wiedersehen.


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Ihr seid bezaubert vom abendlichen Parikia, die Paralia strahlt im rotgoldenen Licht der untergehenden Sonne, hier könnte man leben, für ein paar Monate, oder Jahre, so stellten wir uns das früher einmal vor. Aber fünf Wochen Kykladen befandet ihr jetzt, war genug, ihr seid Stadtmenschen, und wenn du schon in einer Stadt leben wolltest, dann müsste es eine große Stadt sein, Kleinstädte werden mit der Zeit langweilig, oder es muss ein Zuhause in äußerster Abgeschiedenheit sein, weit draußen auf dem Lande.
Ihr genießt die Abende in eurem Lieblingsrestaurant an der Paralia, nichts Aufregendes, aber bei einem netten Wirt, und immer mit Blick auf die einlaufenden Schiffe, Salat, Pizza, eine umfangreiche Speisekarte.


Manchmal kommt Trubel auf, dann ist es fast wie im Karneval, das kennt ihr ja von zu Hause. Und immer wieder die lebhafte Marketstreet, nicht so aufdringlich wie auf Mykonos oder Thira, mit kleinen bunten Geschäften, gut für Mitbringsel aller Art, kleine Marmorarbeiten oder handgemachte Kombologia.


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Auch hier verschwinden die alten einheimischen Läden mehr und mehr, Kodak, Fuji Werbeaufkleber an den verschlossenen Türen lassen dich nostalgisch werden, erinnern dich an Zeiten, in denen du auf Paros mit 10 Kleinbildfilmen in der Tasche für den ganzen Urlaub auskommen musstest.


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Die Tage verbringt ihr am Strand, Paros hat sehr schöne Strände, von den besten schaut ihr direkt zu den Sandstränden nach Naxos gegenüber, die denen von Paros in nichts nachstehen.


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So zerrinnen die Tage wie der Sand zwischen den Fingern, ihr nehmt Abschied von euren Lieblingsinseln, euer Schiff legt ab nach Mykonos, der letzten Station einer fünfwöchigen Reise.

Mykonos