Epano Koufonisi - An den Stränden

 

 
im Juni 2013
 

 

 

Ich gebe es zu, Koufonisi war nicht unsere erste Wahl für die Kykladenreise in diesem  Jahr, aber Freunde und kompetente Inselkenner schwärmten uns solange davon etwas vor, dass
wir es nicht lassen konnten, die Insel für ein paar Tage auf unserer Reise von Schinoussa nach Donousa zu besuchen.


Schon lange ist es her, dass wir auf Koufonisi waren, vor Jahren haben wir in den Rooms des Restaurants direkt
am Ortsstrand gewohnt, dem Lefteris.

 

 

Der Wirt damals war völlig gestresst und überfordert, sobald jemand zum Essen in sein Lokal kam. Er beherrschte noch die hohe Schule der frühen Kykladengastronomie-Logistik.
Und die ging so:

 

- Der Wirt sitzt mit seinem Frappé abends am besten Tisch seines Lokals, windgeschützt, mit bestem Ausblick und in
den letzten Sonnenstrahlen.

 

- Die ersten Gäste erscheinen, suchen sich den zweitbesten
Tisch und bestellen schon mal ein Getränk, Vorspeisen, Hauptgericht.

 

- Der Wirt notiert alles ordentlich, lässt seinen Frappé stehen, verschwindet in der Küche und ist für die nächsten 45 Minuten beschäftigt. Schmeißt den Grill an und schnippelt den Salat.

 

- Inzwischen kommen die nächsten Gäste, die sich den drittbesten Tisch angeln, aber leider noch nicht bedient
werden können.

 

- Nach einer dreiviertel Stunde kommt der Wirt mit einem großen Tablett, und serviert für die ersten Gäste alles auf einmal: kühle Getränke, Vorspeisen, Brot, Besteck, Gläser, Hauptspeisen. Endaxi?  Endaxi!

 

- Mittlerweile haben schon einige andere Gäste das Lokal
genervt verlassen, das stört unseren Wirt aber gar nicht. Er wendet sich den noch verbliebenen nächsten Gästen zu und
das Spiel beginnt von vorn. Klar, dass es so für die ersten
Gäste unmöglich ist, noch ein zweites Getränk nach zu ordern.
In diesen Lokalen deckt man sich möglichst direkt mit einer größeren Menge Wein oder sonst was ein.

In jeder Nacht hatten wir dann noch das akustische
Vergnügen eines all-night-long Hundegebells, ich hatte
damals kein Auge zu gemacht.

Für mich war seitdem Koufonisi die „Hundeinsel“.

 

 

Aber das ist zum Glück vorbei, heute sind wir gut und ruhig
bei Florian
imGitonia tis Irinis“ untergebracht. Und wir waren gespannt darauf zu erfahren, ob sich aus dem damals schon aufstrebenden Urlaubsziel ein mondäner Urlaubsort entwickelt hatte – wie man in Insiderkreisen munkelte.

 

 

 

Es war in den letzten Jahren schon bemerkenswert, wie viele Groß- und Kleinfamilien aus vorwiegend Skandinavien auf
der Scopelitis Express in Naxos einschifften und allesamt
beim Stopp auf Koufonisi die Fähre verließen.
Eine wahre Völkerwanderung im Hafen.

 

Zu unserer Überraschung haben sich wohl die Schweden und Norweger inzwischen andere Ziele gesucht, Skandinavier findet man kaum noch im Juni auf Koufonisi, heute überwiegen die Italiener, wie auf den meisten der kleinen Ostkykladen.
Im Juli und August sieht es dann wohl wieder ganz anders aus.

 

 

Sicher, beliebt ist die Insel in erster Linie wegen ihrer schönen Strände, Charakópou mit der Strandtaverne „Finikas“ von Dimitri und Giotta.

 

Der Ausblick und die Farben sind schon fast kitschig,
Wie die Fototapete pur beim Griechen um die Ecke.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die weiteren Strände in Richtung Ormos Póri wetteifern um die tollsten Farben, das blaueste Wasser, den feinsten Sand. Hier kommt kaum ein anderer Strand auf den Kykladen mit, Fanos gefällt uns gut, nur für Póri passt das Wetter nicht, der Wind paniert uns wie Schnitzel. Leider hatte ich den Tipp von Kaloin mit "Kleopatras Bad" hinter den Klippen nicht mehr auf dem Schirm.

 

 

 

Und ich muss ihn mal fragen, wem das Holzkreuz am Pori gewidmet ist. Ein Grab eines zu forschen Mountain-Bikers vielleicht? Die gibt es hier ja reichlich.

 

 

So ziehen wir uns wieder an den Fanos-Beach zurück, spannen unser Sonnensegel auf und schauen zu, wie die Express Scopelitis Richtung Donousa vorbei tuckert.

 

 

 

 

 

 

Auch am frühen Abend lässt der Wind nicht nach, und so
pfeift er lästig lässig in die Taverne von Finikas hinein, wo
wir eigentlich die sensationellen Fisch- und Fleischgerichte probieren wollten. Also disponieren wir um und finden fast nebenan in der großen Strandtaverne ein windstilles Plätzchen.

 

 

 

 

Das Bier ist frisch, der Oktopus, der ungefragt kostenlos als Meze dazu gereicht wird, köstlich, wir blicken aufs Meer und ergründen das Geheimnis der roten Amphore, das wohl darin besteht, es sich ganz spontan gut gehen zu lassen.

 

 

 

Die Hühner gackern im Garten nebenan, und so vermuten
wir mal, dass es nicht das Schlechteste wäre, hier Kotópulo
zu bestellen. Wir sollten Recht behalten. Und die Kirschen
zum Abschluss gehen natürlich wieder auf´s Haus.

 

 

 

 

 

 

So muss der Gang ins Dorf bis morgen warten. 

 

Koufonisi - Im Dorf