Folegandros - Eine kleine Strandpartie 2016




Der Nachteil von Folegandros ist natürlich: Es hat keine Strände.
Oder nur ganz wenige. Oder wenn, dann sind sie weit weg. Oder nicht so schön. Jedenfalls nicht so schön weißsandig wie auf Koufonissi oder Naxos. Da bleibt der eine oder die andere dann doch lieber auf der Liege am Pool.




Wenn man allerdings direkt am Hafen zum Beispiel in den Vardia Bay Studios wohnen würde, hätte man schon den ersten Strand vor der Tür: den Vardia Beach. Man braucht von der Anlage nur die Treppenstufen hinunter zu steigen, und schon ist man am Wasser.



Oder den Chochlidia, den weißkieseligen Hafenstrand, der am Nachmittag auch bei griechischen Familien sehr beliebt ist, wegen der Tamarisken, die einigermaßen Schatten spenden. Wer hier ein paar Stunden abhängt, kann gut die ein- und auslaufenden Fähren beobachten und ist ungestört, vorausgesetzt, dass nicht gerade ein Frachter oder das Wasserschiff im Hafen entladen wird.




Der Hafen ist ja in den letzten Jahren sturmfest gemacht worden, riesige Betonklötze verschandeln die Mole, das idyllische
Dahindümpeln der Fischerboote gibt es nicht mehr, ein ordentlicher Anleger wurde offenbar vergessen, und so mussten sich die Fischer mit Hilfe alter Holzpaletten den Weg zu ihren Booten selbst organisieren.



Aber die beiden Badeboote Stella Express II & III sind noch gut zugänglich und bringen die badefreudigen Touristen auf einer Rundfahrt um die Insel zu allen Buchten, oder (im Juni) zweimal am Tag zum Kátergo Beach und zurück.





Und hinunter zum Hafen kommt man natürlich von Chora mehrmals täglich mit dem Bus. Für eine kleine Verschnaufspause ist der Hafenort Karavostasi immer gut.




Wer allerdings einen kleinen Fußmarsch nicht scheut, der läuft die Küste entlang und erreicht schnell die Vitsentzou Bucht, deren farbige Attraktion in diesem Jahr ein offenbar angeschwemmtes Schlauchboot ist. Was aber so jetzt offenbar niemanden beunruhigt oder stört.

 




Wir gehen lieber ein paar Schritte weiter, vorbei an dem urigen Schäfer, den wir so auf dem „mondäen“ Folegandros nicht erwartet hätten, und kommen zum Livadi Beach, der uns früher vor dem damaligen Campingplatz als sehr unaufgeräumt vorkam, der aber jetzt ganz ansehnlich erscheint. Die Aqua Spirit zuckelt im Seajet Tempo vorbei und sorgt für den entsprechenden Wellengang.







Eine weitere Strandpartie bietet sich im Westen von Folegandros an. Der Bus fährt von Chora direkt bis an den Angali (Agali, Akali) Strand, allerdings sind die Rückfahrtmöglichkeiten per Bus im Juni sehr übersichtlich gehalten.




Den Strand selbst würde ich mal als den einzigen Sandstrand der Insel bezeichnen, jedoch finde ich ihn wegen der Nähe zum Örtchen nicht sehr gemütlich.





Und so laufen wir den Weg an der Küste entlang bis zum Nikolaos Strand und passieren die Galifos Bucht. Hier hätte man noch die Möglichkeit, eine der letzten Robinsonaden der Kykladen zu erleben, in den einfachen Unterkünften ohne Elektrizität, im Scheine der Gaslampen, aber mit eigenem Strand vor der Tür.





Der Nikolaos Strand ist danach schnell erreicht, die oben liegende Taverne hat inzwischen schon gigantische Ausmaße angenommen, sie wurde nochmals weiter ausgebaut.

Und auch unten am Strand gibt es inzwischen eine weitere Taverne, so dass der Strombedarf in der Bucht schon beträchtlich ist. Das ist aber für die Betreiber kein Problem, die benzinbetriebenen Stromgeneratoren laufen den ganzen Tag und beschallen die gesamt Bucht. Man muss es mögen. Der für mich einstmals schönste Strand auf Folegandros hat schwer gelitten.



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So klettert doch der Kátergo Beach in unserer Rangliste wieder ganz nach oben. Wir nehmen nicht das Badeboot, sondern erreichen ihn zu Fuß von Chora aus in etwa 2 Stündchen. Dabei haben wir einen wunderbaren Blick zurück auf Chora und die Marienkirche.

 




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Wir laufen die Straße weiter bis Petousis, von wo wir den mittlerweile gut markierten Weg nach Livadi einschlagen, der auch als Osterprozession gern genommen wird. In der recht unscheinbaren Streusiedlung Livadi zweigt dann das Monopati nach Kátergo ab, ein schöner Fußweg, der uns in einer dreiviertel Stunde bis ans Meer führt. Also auch den Motorisierten, die die Straße vom Hafen bis nach Livadi nehmen, bleibt ein Fußweg von 45 Minuten zum Kátergo nicht erspart.



Aber er lohnt allemal. Hier ist die Ägäis türkis bis tiefblau, und der Kontrast zu dem hellen Kies oder grauen Sand ist schon das eine oder andere Foto wert.









 

Mit diesen Bildern im Kopf verlassen wir Folegandros nur schweren Herzens und erleben die frisch renovierte Aqua Spirit live und in Farbe.

 


Wobei, neben der Farbe hat sich nicht wirklich viel auf ihr verändert seit der Übernahme durch die Reederei Seajets. Die Bar hat nun ein paar Hocker bekommen, alle Sitze sind neu bezogen.

 



Nur für neue Overalls der Besatzung hat das Geld offenbar nicht mehr gereicht, die ehemaligen NEL LINES lassen grüßen.

 


Und so düsen wir im Seajet Tempo Richtung Sikinos, die Farben der Ägäis immer im Blick.




 

Sikinos, wir kommen!