Der Tanga-Man vom Inselstrand 

 

 

 

 

 

Eigentlich bin ich kein Freund von Badebekleidung.

Gerne suche ich auf den griechischen Inseln die Strände aus,
die etwas abgelegen und naturbelassen sind, wo sich kein Mensch daran stört, dass man „ohne“ baden geht und wo das üblich ist. Ich weiß auch nicht, warum man sich zum Baden etwas anziehen sollte. Vielleicht, damit die Petermännchen sich nicht erschrecken. Doch es gibt auch schöne Inseln, auf denen man solche FKK Strände seltener findet, wie Serifos, Sifnos

oder Milos.

 

 

So passe ich mich der Umgebung dann an und zwänge mich in meine –zugegeben – etwas ältere Badehose, die ja wirklich selten gebraucht wird.
Etwas verwundert bin ich schon, wenn ich beobachte, wie sich die Bademode inden letzten Jahren verändert hat. Während die Bikinis der Damen immer knapper werden, laufen die Badehosen der Herren zu Höchstmaßen auf. Knielang ist noch das Mindeste.

 

 

Sich mit soviel Stoff in die Fluten zu stürzen wäre mir ein Gräuel. Gar nicht zu denken an die allzu lange Trocknungsphase hinterher. Auch die Aerodynamik

(oder sagt man Aquadynamik?) wäre dahin.

 

 

Da wähle ich lieber mein Modell „Michael Phelps“,
eng, knapp, schnell (-trocknend).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich male gerade mein „Kykladenfieber“ in den Sand, als sich ein paar griechische Jugendliche nähern, und ich sehe, dass sie sich für mich interessieren. Ich denke, wegen der schönen Sandmalerei.

 

 

Sie starren mich heimlich an und tratschen offenbar über mich.
Da ich ja wirklich nur wenig Griechisch verstehe, macht mir das nichts aus, verstehe allerdings nur ein Wort: "...Tanga-Man".
Aha. So gemein kann die Jugend sein.


Ich schaue mich um und sehe, dass ich wohl doch der einzige Tourist am Strand bin, der noch so ein knappes Teil trägt.
Wo sind all die Mitstreiter aus England, Italien, Frankreich geblieben?
Wohl noch nicht vor Ort.
Die griechischen Jungs haben sich durchgesetzt, wahrscheinlich
gesponsert von der Textilindustrie.
Dabei ist mein Tanga doch wirklich praktisch. Ich benutze ihn sogar in der Nacht – als Abdunkelung der permanent leuchtenden Notlichter im Apartment.

 

 

Gut, nächstes Jahr hab ich was Neues an.

 

 

 

 

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