Auf der Suche nach meiner griechischen Taverne
auf Patmos
 

 

 


„Wetten, die findest du nie!“ meint Kaloin zu mir,
und „Alex, leg sofort die Wurst wieder auf den Grill zurück!“ Sein Sohn ist gerade dabei, mit dem Grillgut wie mit den Förmchen im Sandkasten zu spielen.

„O.K., um was wetten wir?“ „Ne Flasche Plomari, wie immer.“
Zwar nicht meine Biersorte, aber na gut.

Der Flug nach Athen ist gebucht, die BlueStar 1 am Abend vom Gate E1 nach Patmos auch - zum Super Economy-Preis von 20 Euro. Jetzt geht´s los. Wollen doch mal sehen, ob wir die Taverne von Tom Stone aus seinem Buch nicht doch finden können. Obwohl er ja eindeutig versucht, die Lage zu verschleiern. Aber es gibt ja auch einige Hinweise:

 

 

Seite 17:

„Die Taverne lag an der parallel zum Strand verlaufenden Straße, und von der Terrasse aus konnte man hinter Tamarisken den Sand- und Kiesstrand sehen und hatte einen herrlichen Blick auf die weite geschwungene Bucht, in der bunte Fischerboote – kaíkia – auf den glitzernden Wellen tanzten.

In der Ferne erhoben sich anmutig die Hänge von Chiliomódi, eine kleine Insel vor der Küstevon Patmos, auf der man Ziegenherden weiden ließ. Im Hintergrund konnte man im Dunst weitere kleine Inseln des Dodekanes erkennnen…“

 

 

Also auf. Athen zeigt sich wie immer von seiner sonnigen Seite, der Stopp in meinem Lieblingscafé an der Adrianou ist obligatorisch. Hier gibt es den besten Frappé, und Kosmos herrscht schon um 11 Uhr vormittags.

 

 

 

Auf der Fähre dann etwas ungewohnte russische Töne, Bierflaschen kullern übers Deck, es wird schon mal gebechert – russische Pilger nach Patmos, wie wir später erfahren.

Aber der Start in das Abendrot hat was.

 

 

 

 

 

 

Kurzer Halt auf Syros, dann geht es nonstop bis spät in die Nacht nach Patmos durch. Der Zimmerwirt holt uns zu dieser unchristlichen Zeit vom Hafen ab. Noch schnell einen Blick über das nächtliche Patmos geworfen und ab ins Bett. Der Panoramablick von den Apartments ist einfach umwerfend –
auch noch in der Nacht.
 

 

 

http://www.enjoy-patmos.de/index.htm 

danke für den Tipp, Verena!

 

 

 
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg - hoffentlich bleibt er nicht so holperig wie der Anleger im alten Fischerhafen.
Ganz systematisch, per Bus und zu Fuß! Livadi, also Strand – mit Tamarisken, Insel davor, Fischerboote, Taverne. Ja, hier müsste es sein. Alle Details stimmen. Na bitte: es ist die Taverne am Livadi-Geranou, mit Blick auf die kleine Insel. Irgendwie scheinen die Leute auf Patmos gerne im Wasser

zu stehen, anstatt zu schwimmen.

 

 

 

 

 

Oder ist es die Taverne doch nicht?
Im Laufe der Tage entdecken wir immer mehr mögliche Ziele, eines schöner als das andere, Strände mit Tamarisken, Tavernen und Sand / Kies.

 

 

 

Die Taverne am Lampi-Strand könnte es aber auch sein,

an dem Strand mit den bunten Kieselsteinen.

(Steinesammeln verboten!)

 

 

 

Oder die Taverne vom Psili Amos, nur per Boot oder zu Fuß zu erreichen. Na gut.

Passt nicht ganz, ist keine Straße in der Nähe.

 

 

Doch zur Bucht von Agriolivadi passt die Beschreibung wieder.

 

 

Nein, es ist die Taverne von Grikos! Ganz bestimmt! Hier war ich schonmal vor 25 Jahren, da gab es dort nichts als die Taverne und ein paar Häuschen, etwa zu der Zeit, als Tom Stone sein Patmos entdeckte. Hier könnte es also auch sein.

Und immer ein Inselchen im Blickfeld.
Aber ganz sicher bin ich mir nicht.

 

 

Wir geben es auf und machen es uns auf unserem Balkon gemütlich. Morgen ist unser letzter Tag auf Patmos, da werden wir sie einfach fragen.
Der Wirt hat uns eine Flasche Wein spendiert, die Wirtin hat einen Kuchen gebacken, sehr familiär diese Pension.

Kurz vor der Abfahrt fasse ich mir ein Herz und frage die Wirtin 

nach dem Standort der Taverne.

 

 

"Die aus dem Buch? Das ist die Taverne vom Kampos Beach, gleich die erste an der Straße Richtung Kampos. Das weiß doch hier jeder!
Und kalo taxidi!“

Ach die! Gut, die haben wir auch gesehen. Es ist die mit der verglasten Veranda, ganz nett, aber verrammelt und verriegelt. Ausgerechnet die hab ich nicht fotografiert. So ein Mist. Ach, macht eueren Scheiß doch alleine! Na,wenigstens hab ich so meine Flasche Plomari gewonnen.

Na ja, nicht ganz. Da kommt der Kaloin zu Hause doch tatsächlich mit ´ner Flasche Plomari an, gefüllt mit Sand und Muscheln aus Iraklia, selbst gesammelt vom Alex und Sabine. Sogar einige Naxosaugen sind mit drin.
 

 

Jepp. Brauch ich den Plomari wenigstens nicht zu trinken.
Wegen der Kopfschmerzen. Aber gegrillt wird trotzdem.

 

 

 

 

 

 

 

 

Exkurs Patmos