Piräus 2014 - kurzer Lagebericht

 

 

"Pünktlich um 17:00 Uhr landete unser Flieger in Athen.
Es dauerte noch etwas, bis wir unsere Koffer bekamen,

aber dann ging es mit dem X96 Airportbus nach Piräus…" 


Ha, endlich kann ich auch mal wieder meinen Reisebericht so beginnen (nur um Janis zu foppen, der sich über diesen Schulaufsatzstil meiner Internetseite gerne lustig macht).

 

 

Aber es ist schon etwas Wahres dran. Die fünf Euro für die etwa einstündige Fahrt vom Flughafen nach Piräus sind gut angelegt. Das Entwerten der Tickets im Bus nicht vergessen und die Koffer irgendwie verstauen, dass sie nicht bei jeder Kurve hin- und herfliegen, und vor allen Dingen nicht mit den Seesäcken der Segler kollidieren, die wohlmöglich mit selbstgemachter Kirschmarmelade, Honig von heimischen Bienen, Harrys Vollkornbrot und etlichen Ravioli in Tomatendosen prall gefüllt sind und auf dem Busboden hin- und her kullern. Denn wahrscheinlich steigen diese erst in Glyfada oder Faliro aus,

nicht nur die Dosen, sondern mit ihnen die Segler, um den ganzen Prüll auf ihr Schiff zu schleppen.

Gibt ja nix zu kaufen in der Ägäis!

 

Wir steigen an der Haltestelle NAT aus, kurz vor dem Karaiskari Square an der Ag. Triada. Ok, die von einer „Emily“ eingezeichnete Strecke bei Google maps stimmt so nicht,

aber die Namen der angepeilten Stationen schon, und das Ausschreiben des Ag. schenke ich mir auch, man kann ja

nicht alles wissen. Und ins Expertenalter bin ich zum Glück
noch nicht gelangt.

 

http://athensairportbus.com/en/X96-bus-from-airport-to-piraeus-port.htm

 

Dann an der netten Ag. Spirídonas vorbei – als hätten wir geahnt, dass wir den Abt Spirdon vom Kloster Amorgós noch auf unserer Reise treffen würden - in die Filonos und Natara Str., und schon stehen wir im Piräus Dream Hotel, frisch renoviert (das Hotel und wir) mit Blick auf die beiden Kirchen im Abendlicht.

 

 

 

 

Etwas befremdlich, dass bei so einem schönen Hotel die Lüftungsgeräte diverser Etagen auf einige wenige Balkone verteilt wurden, aber es ist ja noch Mai, und so sind sie zum Glück nur inaktive Aktivisten.

 

 

Wir machen uns am frühen Abend auf den Weg zur Zea Marina, vorbei am Headquarter (falls jemand mal in Piräus einen coolen Friseur benötigt), und landen wieder in der Taverne der 4 Brüder, die wir in guter Erinnerung hatten. Leider hat auch hier das moderne Leben Einzug gehalten, statt des stolzen Tavernenschildes „TA 4 ADERFIA“ prangt nun „4 Brothers“ über dem Laden, die Speisenkarte ist mittlerweile mit Fotos a la Fastfood dekoriert, und nebenan hat sich der Hamburger-Lieferservice „simply Burger“ mit seinen vielen Mopedkurieren breit gemacht. Müssen wohl den Griechen schmecken, die Dinger. Uns schmecken die Auspuffgase nicht so.

 

 

 

 

Unser Choriatiki und die Moussaka wurden jedenfalls etwas

lieblos serviert. Ein Restaurant-Tipp weniger in Piräus.

 

 

 

 

Und so machen wir uns später beim Rückzug ins Hotel noch auf, die Restaurants in direkter Hafenlage zu erkunden, rund um E8.

Das berühmte 24-Stunden Café, an dessen Stirnseite noch groß das Wort „Organismos“ prangt, hat ja schon seit einigen Jahren geschlossen, die gesamte Fläche ist leer, so dass es hier keine Möglichkeit mehr gibt, bei Nachtankunft die Füße hoch zu legen.

 

 

 

 

Aber auch bei den anderen Restaurants und Cafés sieht es sehr düster aus. Das „filoxenia“ hat geschlossen, ebenfalls das „cosmos“, das in der Außenwerbung noch mit „24 Hours“ wirbt.

 

 

 

 

 

 

Lediglich eine Snackbar im Hafengelände, direkt rechts neben dem "filoxenia" mit Blick auf E8 hat noch bis 23:00 Uhr geöffnet, wir ergattern noch ein letztes Abendbier. Frühstück gibt es hier dann wieder ab 6:00 Uhr, wie Iannis, der nette Kellner uns versichert. 

 

 

 

 

Also nix los im Hafen von Piräus, hier möchte sicherlich nicht mal die Hose vom Kaloin tot überm Zaun hängen.

Einige Passagiere übernachten vor den Wartehäuschen zwischen E8 und E9 auf den Stühlen, bequem ist das sicher nicht.

Trotzdem: man fühlt sich nicht unsicher in dieser Gegend, die früher mal von diversen Fixern und Drogenjunkies besetzt war, die gibt es hier nicht mehr. In ganz Piräus hatten wir kein Gefühl der Unsicherheit, alles ist jetzt heller beleuchtet, einige urige Lokale in den Seitengassen werden wir beim nächsten Mal sicher aufsuchen.

 

 

So verwundert es dann nicht, dass Livemusik aus einem Jazzlokal bis 4 Uhr früh zu uns ins Hotel herüber schwappte.

Aber das sehr gute Frühstück schon ab 5:30 Uhr im Piräus Dream Hotel war dann ein guter Ausgleich.

 

 

Jetzt geht es am frühen Morgen zu Fuß zum E7, wo die Blue Star auf uns wartet.

 

 

 

Auf der Blue Star Delos